Zum Inhalt springen

Was ist die GOT? Die Gebührenordnung für Tierärzte einfach erklärt.

Du gehst mit deinem Hund oder deiner Katze zum Tierarzt und erhältst eine Rechnung, die höher ausfällt als erwartet? Dann fragst du dich vielleicht, wie Tierärzte ihre Preise eigentlich berechnen und warum dieselbe Behandlung unterschiedlich viel kosten kann. Die Antwort lautet häufig: GOT – die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte. Sie legt fest, welche Gebühren Tierärzte für ihre Leistungen berechnen dürfen. Je nach Behandlung, Aufwand und Situation können die Kosten deutlich variieren. Gerade bei Notfällen oder aufwendigen Untersuchungen kann das schnell teuer werden. Damit du von hohen Tierarztrechnungen nicht überrascht wirst, lohnt es sich, die GOT zu verstehen und sich frühzeitig mit den eigenen Absicherungsmöglichkeiten zu beschäftigen. Eine passende Tierkrankenversicherung kann helfen, bestimmte Behandlungskosten abzufedern. In diesem Artikel erklären wir dir, was die GOT bedeutet, wie die Abrechnung funktioniert, was es mit dem einfachen, zweifachen und dreifachen GOT-Satz auf sich hat und wie du dich auf mögliche Tierarztkosten vorbereiten kannst. Was bedeutet GOT? GOT steht für Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte. Dabei handelt es sich um eine bundesweit geltende Rechtsverordnung, die regelt, welche Gebühren für tierärztliche Leistungen berechnet werden können. Die GOT enthält ein Gebührenverzeichnis mit einzelnen Leistungen, beispielsweise für: ・Allgemeine Untersuchungen und Beratungen ・Impfungen und Injektionen ・Blutuntersuchungen und weitere Diagnostik ・Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen ・Zahnbehandlungen ・Operationen und Narkosen Für jede aufgeführte Leistung ist ein bestimmter Gebührensatz festgelegt. Dieser entspricht grundsätzlich dem einfachen Satz. Je nach den Umständen des Einzelfalls darf der Tierarzt innerhalb des vorgesehenen Rahmens einen höheren Satz berechnen. Die GOT ist also keine Liste mit festen Endpreisen für komplette Tierarztbesuche. Eine Behandlung kann aus mehreren einzelnen Leistungen bestehen, die jeweils berechnet werden. Zusätzlich können beispielsweise Medikamente, Verbrauchsmaterialien, Laborleistungen und Umsatzsteuer auf der Rechnung stehen. Quelle: Bundestierärztekammer Warum gibt es die GOT überhaupt? Die GOT soll eine einheitliche Grundlage für die Abrechnung tierärztlicher Leistungen schaffen. Sie sorgt dafür, dass Tierärzte ihre Leistungen nicht völlig frei bepreisen, sondern sich an den gesetzlichen Gebührenrahmen halten. Gleichzeitig berücksichtigt die Regelung, dass nicht jede Behandlung gleich aufwendig ist. Eine kurze Routineuntersuchung ist beispielsweise etwas anderes als eine komplizierte Diagnostik oder eine Operation, die viel Zeit und medizinisches Fachwissen erfordert. Die GOT berücksichtigt deshalb unter anderem: ・Die Schwierigkeit der Behandlung ・Den erforderlichen Zeitaufwand ・Den Zeitpunkt der Behandlung Diese Kriterien können beeinflussen, welcher Gebührensatz angesetzt wird. Quelle: § 2 GOT Was bedeutet der einfache, zweifache und dreifache GOT-Satz? Ein besonders wichtiger Begriff für Tierhalter ist der sogenannte GOT-Satz. Die GOT sieht für die meisten Leistungen einen Gebührenrahmen vom einfachen bis zum dreifachen Satz vor. Der Tierarzt kann innerhalb dieses Rahmens den passenden Satz bestimmen und muss dabei die Umstände des konkreten Falls berücksichtigen. Das bedeutet vereinfacht:
Der dreifache Satz bedeutet also nicht, dass automatisch jede Behandlung dreimal so teuer wird. Er bezieht sich auf die jeweilige Gebührenposition. Ein einfaches Rechenbeispiel Angenommen, eine bestimmte Leistung ist im GOT-Verzeichnis mit einem einfachen Gebührensatz von 25 € angegeben. Dann ergibt sich für diese einzelne Leistung folgende Rechnung:
Diese Beträge sind ein vereinfachtes Rechenbeispiel und keine Preisangabe für eine konkrete Untersuchung. Hinzu kommen können weitere Leistungen, Medikamente, Materialkosten und Umsatzsteuer. Wichtig: Eine Tierarztrechnung setzt sich häufig aus mehreren Positionen zusammen. Deshalb sagt der Gebührensatz einer einzelnen Leistung noch nichts über die endgültige Gesamtrechnung aus. Warum kostet dieselbe Behandlung nicht immer gleich viel? Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass eine Untersuchung bei einem Tierarzt deutlich günstiger war als bei einem anderen. Das muss nicht automatisch bedeuten, dass eine Praxis überteuert ist. Denn neben dem einfachen Gebührensatz können die konkreten Umstände der Behandlung eine Rolle spielen. 1. Unterschiedlicher medizinischer Aufwand Eine kurze Untersuchung ohne besondere Auffälligkeiten kann weniger aufwendig sein als eine Untersuchung, bei der zusätzliche Diagnostik notwendig wird. Wenn dein Hund beispielsweise plötzlich lahmt, kann es nicht bei der allgemeinen Untersuchung bleiben. Je nach Befund können Röntgenbilder, weitere Untersuchungen oder Medikamente erforderlich sein. Die zusätzlichen Leistungen erhöhen die Rechnung. 2. Zeitaufwand und Schwierigkeit Manche Behandlungen sind medizinisch anspruchsvoller oder benötigen deutlich mehr Zeit als andere. Die GOT ermöglicht es, solche Umstände bei der Gebührenbemessung zu berücksichtigen. Was gilt bei einem Tierarztbesuch im Notdienst? Besonders wichtig wird die GOT, wenn dein Haustier nachts, am Wochenende oder an einem Feiertag dringend medizinische Hilfe benötigt. Für tierärztliche Leistungen im Notdienst gelten besondere Abrechnungsregeln. Nach § 4 GOT werden die einfachen Gebührensätze für entsprechende Notdienstleistungen auf das Zweifache erhöht. Je nach den Umständen ist eine Abrechnung bis zum vierfachen Satz möglich. Zusätzlich fällt grundsätzlich eine Notdienstgebühr von 50 € netto an. Für die Notdienstgebühr gelten gesetzlich geregelte Ausnahmen. Quelle: § 4 GOT Die besonderen Regelungen gelten nicht automatisch für jeden Termin am Abend oder am Wochenende. Entscheidend ist, ob die Behandlung im Sinne der GOT im Notdienst erfolgt. Eine reguläre Sprechstunde einer Praxis ist nicht allein wegen ihrer Uhrzeit ein Notdienst. Beispiel: Dein Hund braucht nachts dringend Hilfe Dein Hund zeigt plötzlich starke Schmerzen und du musst eine tierärztliche Notdienststelle aufsuchen. Auf der Rechnung können dann beispielsweise stehen: ・Die Notdienstgebühr ・Die allgemeine Untersuchung ・Weitere diagnostische Leistungen ・Medikamente oder Injektionen ・Je nach Befund zusätzliche Behandlungen Wenn weitere Untersuchungen oder eine Operation notwendig werden, kann sich die Rechnung schnell auf mehrere Hundert Euro oder mehr summieren. Genau solche unerwarteten Kosten können für Tierhalter eine finanzielle Herausforderung sein. Was bedeutet die GOT für deine Tierarztkosten im Alltag? Die GOT begegnet dir bei vielen ganz normalen Tierarztbesuchen. Sie ist nicht nur bei Operationen oder Notfällen relevant. Beispiel 1: Die jährliche Impfung Bei einem Impftermin können unter anderem die allgemeine Untersuchung, die Impfleistung und der Impfstoff berechnet werden. Die endgültige Rechnung hängt davon ab, welche Leistungen im konkreten Termin erforderlich sind und welcher Gebührensatz angesetzt wird.
Beispiel 2: Deine Katze benötigt eine Zahnbehandlung Wenn deine Katze Zahnprobleme hat, kann eine Untersuchung zunächst ausreichen, um den weiteren Bedarf einzuschätzen. Ist eine Behandlung unter Narkose erforderlich, können zusätzliche Leistungen wie Narkose, Zahnbehandlung, Medikamente und Nachsorge hinzukommen. Dadurch kann die Rechnung deutlich höher ausfallen als bei einer einfachen Kontrolluntersuchung. Beispiel 3: Dein Hund muss operiert werden Bei einer Operation können mehrere Gebührenpositionen zusammenkommen: Voruntersuchungen, Narkose, chirurgischer Eingriff, Medikamente und Nachkontrollen. Je nach Art des Eingriffs und medizinischem Aufwand kann die Gesamtrechnung mehrere Hundert bis mehrere Tausend Euro betragen. Diese Beispiele zeigen: Nicht allein der GOT-Satz entscheidet über die Rechnung, sondern auch, welche und wie viele Leistungen dein Tier benötigt. Wie kannst du dich vor hohen Tierarztkosten schützen? Die GOT selbst ist keine Versicherung. Sie regelt die Gebührenabrechnung, übernimmt aber natürlich keine Kosten für die Behandlung deines Haustiers. Du kannst dich dennoch auf mögliche Tierarztkosten vorbereiten. 1. Rücklagen für dein Haustier bilden Eine Möglichkeit ist, jeden Monat einen festen Betrag für Tierarztbesuche zurückzulegen. Damit kannst du planbare Kosten und kleinere Rechnungen auffangen. Bei einer unerwarteten Operation kann es allerdings dauern, bis ausreichend Geld angespart ist. 2. Vor größeren Behandlungen nach den voraussichtlichen Kosten fragen Wenn keine akute Notfallsituation vorliegt, kannst du mit deinem Tierarzt besprechen, welche Untersuchungen und Behandlungen vorgesehen sind und mit welchen Kosten du ungefähr rechnen solltest. So bekommst du eine bessere Vorstellung vom finanziellen Aufwand. 3. Eine Tierkrankenversicherung vergleichen Eine Tierkrankenversicherung kann dazu beitragen, dich vor bestimmten hohen Behandlungskosten zu schützen. Welche Kosten übernommen werden, hängt vom jeweiligen Tarif und den vereinbarten Versicherungsbedingungen ab. Dabei ist es wichtig, nicht nur den monatlichen Beitrag zu betrachten, sondern auch den Leistungsumfang und mögliche Einschränkungen. Übernimmt eine Tierkrankenversicherung die GOT-Kosten? Grundsätzlich können Tierkrankenversicherungen versicherte tierärztliche Leistungen nach Maßgabe des jeweiligen Vertrags erstatten. Wie viel du selbst bezahlen musst, hängt unter anderem davon ab, welchen GOT-Satz der Tarif abdeckt. Manche Tarife leisten beispielsweise bis zum dreifachen GOT-Satz, andere sehen abweichende Regelungen vor. Für Behandlungen im Notdienst können besondere Bedingungen gelten. Achte deshalb beim Vergleich besonders auf folgende Punkte: ・Erstattung nach GOT: Bis zu welchem Gebührensatz leistet die Versicherung? ・Notdienst: Welche Regelungen gelten für Behandlungen im Notdienst? ・Selbstbeteiligung: Welchen Anteil der Rechnung musst du selbst übernehmen? ・Leistungsgrenzen: Gibt es jährliche Höchstbeträge? ・Behandlungsumfang: Sind nur Operationen oder auch andere medizinisch notwendige Behandlungen versichert? ・Wartezeiten und Ausschlüsse: Ab wann besteht Versicherungsschutz und welche Leistungen sind ausgeschlossen? ・Vorerkrankungen: Welche Regeln gelten für bereits bestehende Erkrankungen oder Symptome? Ein Tarif, der einen höheren GOT-Satz erstattet, ist nicht automatisch für jeden Tierhalter die beste Wahl. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus Beitrag, Leistungen, Grenzen und Bedingungen. Außerdem gilt: Eine Versicherung sollte möglichst abgeschlossen werden, bevor gesundheitliche Probleme auftreten. Bereits bestehende Erkrankungen oder Symptome können je nach Vertrag vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein. Die GOT verstehen und Tierarztkosten besser planen Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte legt fest, welche Gebühren für tierärztliche Leistungen berechnet werden können. Sie erklärt, warum dieselbe Leistung abhängig von den Umständen unterschiedlich viel kosten kann und warum eine Tierarztrechnung aus mehreren Positionen besteht. Besonders bei umfangreicher Diagnostik, Operationen und Notfällen können hohe Kosten entstehen. Du kannst dich darauf vorbereiten, indem du Rücklagen bildest, dich vor größeren Behandlungen über die voraussichtlichen Kosten informierst und prüfst, ob eine Tierkrankenversicherung zu deiner Situation passt. Vergleiche jetzt kostenlos Tierkrankenversicherungen Du möchtest wissen, welche Tarife für deinen Hund oder deine Katze infrage kommen und wie sich die Leistungen unterscheiden? Mit unserem kostenlosen Vergleichsrechner erhältst du einen Überblick über mehr als 200 Tarife und kannst wichtige Leistungen miteinander vergleichen, darunter auch die Erstattung tierärztlicher Gebühren. Vergleiche jetzt kostenlos die Tarife und finde heraus, welche Absicherung zu dir und deinem Vierbeiner passt.